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Zweites Kapitel | Umgeschrieben

Es gibt sehr aufdringliche Damen – Ein Rechtsanwalt hat nichts dagegen – Betteln verdirbt den Charakter Am Türschild stand: Moll. Im Flur hing ein Wandspiegel. Alexander zog das Taschentuch und rieb die weißen Flecken aus dem Gesicht. Die Krawatte war bis zum Adamsapfel hochgezogen. Der Hinterkopf brannte. Und die Schwarzhaarige sah auf ihn herunter. »Wissen Sie, was eine Megäre ist?« fragte er. Sie legte den Arm um ihn. »Ich weiß es, aber ich bin hübscher. Ich hole uns Wodka Soda. Warten Sie hier.« »Gut.« Die Frau verschwand in der Küche. Alexander folgte der Frau. Sie führte ihn geradewegs ins Schlafzimmer, schenkte Wodka ein, stellte Wasser, Eis, Zigaretten und Kokain zurecht und sagte mit einer umfassenden Geste: »Bediene dich!« »Mein Gott, ein Tempo haben Sie am Leibe!« »Wo?« fragte sie. Er überhörte das. »Setz dich. Ich komme gleich wieder.« Er hielt sie zurück und gab ihr einen Kuß. »Na, es wird ja langsam«, meinte sie und entfernte sich. Er trank einen Schluck Wodka auf Eis. Dann musterte er das Zimmer. Das Bett war niedrig und breit. …

Bademantel, geklaut.

– Bin über einem Text eingeschlafen. Bin über einem Text aufgewacht. Habe einen Text über das geschrieben, was man im Allgemeinen Liebe nennt. Dachte, ich hätte das Schreiben geträumt. Wusste, dass dies kein Traum gewesen sein konnte und erschockstarrte beim Erwachen, vor einer leeren Seite, gefangen in der Angst des Textverlustes. Ich verlor mich in den Sicherungen, las über das Verschwinden eines Blattes, und wie oft ich danach dachte, ich sei nichts weiter. Drum schrieb ich neu, was ich geträumt, von dem ich wusste, was es mal war. Mein Wünschen und mein Fürchten auch, um das ich weiß, ihr lest es es nun: um das ich weiß: es ist wieder da.