Alle Artikel mit dem Schlagwort: notizen

Luisa. Noten.

Sekunde durch Hirn.

Im Juni 1963 hatte Peter Handke die Gewissheit, »das Schreiben, Aufschreiben, Verknüpfen, Unverknüpftlassen ist mein möglicher Beruf«. Ich sitze auf meinem Sofa und bin froh, dieses Zitat gefunden zu haben. Es erleichtert mir den Einstieg in einen Text, den ich in einem Zustand verfasse, in dem mich langsam die Möglichkeit des Ausstiegs aus meinem Leben verlässt. Ich schreibe hochverschuldet. Ich schreibe und entziehe dabei. Ich schreibe auf dem Sofa sitzend. Ich schreibe und schaue nebenbei nicht die Serie, die im Hintergrund läuft. Ich schreibe keine Bewerbung der fünf Bewerbungen pro Tag, die folgen noch. Ich schreibe schon lange und ich habe mit dem Schreiben viele Jahre mein Geld verdient. Das Schreiben scheint ein möglicher Beruf zu sein. Ich schreibe nicht zuletzt aus diesem Grund meine Bewerbungen auf Stellen, die die Tätigkeit des Schreibens beinhalten. Aber es ist nie Schreiben, so wie ich es betreibe, auch jetzt. Es ist nicht das zitierte Schreiben, Aufschreiben, Verknüpfen und Unverknüpftlassen. Und ob mein Augenblickliches das zitierte Schreiben, Aufschreiben, Verknüpfen und Unverknüpftlassen ist, wage ich nicht zu beurteilen. Es kann …

Bademantel, geklaut.

– Bin über einem Text eingeschlafen. Bin über einem Text aufgewacht. Habe einen Text über das geschrieben, was man im Allgemeinen Liebe nennt. Dachte, ich hätte das Schreiben geträumt. Wusste, dass dies kein Traum gewesen sein konnte und erschockstarrte beim Erwachen, vor einer leeren Seite, gefangen in der Angst des Textverlustes. Ich verlor mich in den Sicherungen, las über das Verschwinden eines Blattes, und wie oft ich danach dachte, ich sei nichts weiter. Drum schrieb ich neu, was ich geträumt, von dem ich wusste, was es mal war. Mein Wünschen und mein Fürchten auch, um das ich weiß, ihr lest es es nun: um das ich weiß: es ist wieder da.

Günther Vogler – Tanzende

Dem Tagebuch vorangestellt

  Wenn einst dies Geschlecht sich gereinigt von Schande vom Nacken geschleudert die Fessel des Fröners nur spürt im Geweide den Hunger nach Ehre: dann wird auf der Walstatt voll endloser Gräber aufzucken der Blutschein. Dann jagen auf Wolken lautdröhnende Heere dann braust durchs Gefilde der schrecklichste Schrecken der dritte der Stürme: DER TOTEN ZURÜCKKUNFT. Stefan George

Gebote

Du musst alles zu Notiz machen können. Du musst jeden Tag einen Film anschauen. Du musst 5 Bücher in verschiedenen Genres auf einmal lesen können. Du darfst nicht rechnen können und abzählen. Du musst aus dem letzten Loch laut pfeifen können. Du darfst im Bett an nichts anderes denken. Du mußt Dir einbilden können, alles zu sein. Du mußt Deinem besten Freund ein Bein stellen können, um ihn wieder aufzurichten. Du mußt gegen den Wind laufen können, bis du nicht mehr atmen kannst. Du darfst nicht schlafend sterben. don’t cry work.